Artenreicher Steingarten von Josef Gillhuber

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Artenreicher Steingarten von Josef Gillhuber

Josef Gillhuber aus Babensham ist ein leidenschaftlicher Sammler seltener alpiner Pflanzen. Die eigenwilligen Gewächse aus kargen Hochgebirgen haben aber besondere Ansprüche. Alpine Pflanzen haben eine Vorliebe für Standorte, die ihnen einen Lebensraum nach dem Motto „kühle Füße, warmer Körper“ gewähren, d.h. die Wurzeln liegen unter kühlem Gestein und oberirdische Pflanzenteile lehnen sich an aufgewärmten Steinen an. Außerdem bevorzugen sie sonnige Standorte und brauchen nährstoffarmen durchlässigen Boden. Das Alpinum im Garten Im neuen Teil seines Alpinums, den er im vorigen Jahr angelegt hatte, entdeckte er kahle Stellen. Die Gewächse, die er in die eigens dafür gebohrten Löcher in Kalksteinbrocken eingepflanzt hatte, kamen mit der Trockenheit nicht zurecht und gingen ein. Josef Gillhuber: „Es wäre besser, dass ein bisschen mehr Humus dazu käme.“ Nun will Josef Gillhuber einen neuen Versuch starten. In einer Gärtnerei besorgte er dafür u.a. einen Storchschnabel mit purpurroten Blüten, eine weißrosa Bergnelke, eine grazile Scabiose. Außerdem hat er eine besondere Reihenschnabel-Züchtung besorgt. „Es ist immer das Gleiche: Man fährt zum Gärtner, weil man drei Pflanzen braucht. Das Kisterl ist voll und dann muss man ja schauen: Wo hab‘ ich jetzt Platz?“, sagt Josef Gillhuber. Er mischt dem Substrat etwas Humus und Lehm bei und pflanzt den Reiherschnabel neben einer Blutnelke ein. Der Pflanzenliebhaber hofft nun, dass er mehr Glück diesmal hat und die Pflanzen den Standort „akzeptieren“ werden. Unterdessen schaut sich Rosa Gillhuber in ihrem „Reich“ um. Die Hauswurz – botanisch Sempervivum – fasziniert sie. Seit über 10 Jahren sammelt sie die „Steinrosen“, wie sie auch genannt werden. Über 900 Arten und Zuchtsorten nennt sie inzwischen ihr Eigen. Die Größe von nur einem halben bis zu 12 Zentimetern, mannigfaltige Farben und Formen ermöglichen es ihr, mit diesem Dickblattgewächs phantasie- und humorvoll zu gestalten. Ideen sucht sie in Büchern, Zeitschriften oder bei Gartenführungen. Rosa Gillhuber: „Das ist total schön, wenn die Hauswurzen blühen und die Bienen anlocken. Das ist für mich wie eine Therapie. Da kann ich dann abschalten“. Die umfangreiche Kollektion seltener Pflanzen lockt mittlerweile viele Gartenliebhaber und Fotografen nach Babensham. Sukkulentengarten Josef Gillhubers besonderer Stolz ist der Sukkulentengarten. Sogar Kakteen pflegt er ganzjährig draußen und bringt sie zum Blühen. Die Pflanzen vertragen eigentlich keine Nässe. Umso erstaunlicher Josef Gillhubers Leistung, denn an Niederschlag mangelt im Voralpenraum nicht! Mit Ausdauer, Humor und Gelassenheit gelang es Josef und Rosa Gillhuber, ihre Vorstellungen in ihrem ungewöhnlichen und sehenswerten Garten in Babensham zu verwirklichen.

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